Sperrgut verpacken & versenden: So klappt’s!

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Manche Produkte müssen Sie beim Transport als Sperrgut verpacken. © gettyimages/photo_world


Nicht alle Waren passen in die üblichen quaderförmigen Kartons. Sie können sie dann als sogenanntes Sperrgut versenden. Um Ihre Produkte beim Versand trotzdem hinreichend zu schützen, ist das richtige Verpacken der sperrigen Gegenstände entscheidend. Hier erfahren Sie alles Wichtige zum Thema Sperrgut: was als Sperrgut gilt, wie Sie es transportsicher verpacken, welche Möglichkeiten es beim Sperrgutversand gibt und welche Kosten auf Sie zukommen.

Hier beantworten wir Ihnen alle Fragen zum Thema Sperrgut:

Was ist Sperrgut?

Alle Sendungen, die sehr groß und schwer sind oder sich nicht in den üblichen quaderförmigen Kartons verpacken lassen, gelten als Sperrgut. Dazu zählen auch Sendungen, die herausragende Teile oder lose Umschnürungen haben.

Diese sogenannten „sperrigen Güter“ können aufgrund ihrer besonderen Form beim Transport nicht über automatische Sortieranlagen sortiert werden und gelten damit als „nicht-sortierfähig“. Da Paketdienstleister sie per Hand sortieren müssen, bedeutet das einen deutlichen Mehraufwand.

Deswegen müssen Sie beim Sperrgutversand höhere Versandkosten zahlen: Paketdienste berechnen für Sperrgut normalerweise eine zusätzliche Servicegebühr.

Was gilt als Sperrgut?

Passt ein Gegenstand nicht in die übliche quaderförmige Paketverpackung oder stellt die Sendung aufgrund von Größe oder Gewicht besondere Anforderungen an den Transport, gilt Sie als Sperrgut.

Dazu zählen:

  • sehr große Pakete
  • sehr schwere Pakete
  • runde oder abgerundete Pakete
  • Pakete mit herausragenden Teilen oder deutlichen Ausbuchtungen
  • Pakete mit losen Umschnürungen
  • Sendungen ohne formstabile Verpackung aus Wellpappe, Vollpappe oder Papier und
  • sehr große Rollen

Wichtig: Sperrgut ist nicht zu verwechseln mit Sperrgepäck! Kein Sperrgut stellen Produkte wie Reisegepäck, Sportgepäck oder Fahrräder dar.

Großes Paket als Sperrgut verpackt

Sendungen mit ungewöhnlichen Formen sowie sehr große oder schwere Pakete gelten als Sperrgut. © gettyimages/petinovs

Beispiele für Sperrgut

Sendungsinhalte, die Sie als Sperrgut versenden müssen, sind beispielsweise:

  • Autoreifen ohne formstabile Kartonage
  • Autoteile
  • Säcke
  • Kisten
  • Bälle ohne Kartonage
  • Leitern
  • Schränke
  • Gitarren
  • Sofas
  • Fitnessgeräte wie Stepper, Rudergeräte oder Hantelbanken mit Langhanteln
  • usw.

Für die überdurchschnittliche Größe und zum Teil ungewöhnliche Form dieser Produkte reichen handelsübliche Kartonagen normalerweise nicht aus.

Sperrgut versenden: Was kostet Sperrgut?

Sie können Waren als Sperrgut von fast jedem Paketdienstleister verschicken lassen. Aber: Jeder Anbieter legt selbst fest, wann eine Sendung als Sperrgut gilt und was Sie für den Versand zahlen müssen.

Da jeder Dienstleister andere Vorgaben hat, ist der Preisvergleich nicht immer einfach. Zur Orientierung haben wir Ihnen einen Überblick über einige bekannte Anbieter und ihre Konditionen für den Versand innerhalb Deutschlands zusammengestellt (Stand: August 2019).

Anbieter Kosten Maximalgewicht Maximalmaße
DHL + 26,78 Euro
(zusätzlich zum Paketpreis)
31,5 kg Quaderförmige Pakete und Rollen bis 200 cm Länge,
Gurtmaß* bis 360 cm
Hermes
(Päckchen, S- bis L-Paket)
+ 14,95 Euro
(zusätzlich zum Paketpreis)
25 kg bis 120 cm
Hermes
(XL- und XXL-Paket)
Paketpreis inklusive Abholung:
XL 28,95 Euro /
XXL 33,95 Euro
31,5 kg XL bis 150 cm /
XXL bis 200 cm
Spedition
Cargo International
Paketpreis inklusive Abholung: ab 45 Euro 100 kg
(ab 50 kg auf Palette)
bis 320 cm Länge, Gurtmaß* bis 500 cm
Spedition iloxx Paketpreis inklusive Abholung: ab 47,90 Euro 1.000 kg pro Packstück, 2.000 kg gesamt 240 cm x 120 cm x 200 cm

* Das Gurtmaß ermitteln Sie so: Länge + 2 x (Breite + Höhe).

Übrigens: Die Sperrgutsendung kann beim Versand in der Regel rund, uneben oder mit Kartonage umwickelt sein. Sperrgut können Sie grundsätzlich mit oder ohne Palette verschicken.

: Quaderförmige Pakete ohne Sperrgut

Anders als bei normalen Paketen, lässt sich Sperrgut in den Verteilzentren nicht maschinell sortieren und kostet deshalb beim Versand mehr. © gettyimages/cybrain

Sperrgut richtig verpacken in 5 Schritten

Egal ob der Versand Ihres Sperrguts durch eine Umzugsfirma, einen Paketdienstleister oder eine Spedition erfolgt: Sie sollten sperrige Gegenstände sorgfältig verpacken, damit die transportierte Ware Ihren Empfänger unbeschadet erreicht. Im Folgenden erfahren Sie, worauf es dabei ankommt.

1. Das richtige Verpackungsmaterial wählen

Um Ihr Sperrgut richtig zu verpacken, benötigen Sie folgendes Material:

  • stabile Kartonagen
  • Polstermaterial wie Luftpolsterfolie
  • Kantenschutz
  • Paketband und
  • ein Cuttermesser oder ein kleines Messer

 

Für größere Sendungen, die beispielweise über eine Spedition auf einer Palette versendet werden, sollten Sie Umreifungsband oder Spanngurte einsetzen. Damit können Sie die Ware sicher auf der Palette fixieren. Weitere Verpackungstipps für Palettensendungen finden Sie in unserem Artikel „Paletten verpacken: Schritt für Schritt“.

2. Empfindliche Teile schützen

Hat Ihr Sperrgut bewegliche Teile (zum Beispiel bei einer Waschmaschine oder Leiter), müssen Sie diese zunächst fixieren. Verwenden Sie dafür beispielsweise Klebeband oder Kabelbinder.

Schützen Sie empfindliche Partien wie Ecken und Kanten Ihrer Waren vor Beschädigungen, indem Sie zunächst speziellen Kantenschutz darauf anbringen. Er gibt zusätzliche Stabilität und erhöht den Schutz Ihrer Produkte. Wenn nötig, kleben Sie ihn mit einem reißfesten Packband fest, damit er nicht verrutschen kann.

3. Ware sicher polstern

Im nächsten Schritt gilt es, die Ware gut zu polstern. Verwenden Sie ausreichend Polstermaterial, um Ihre Sendung vor Stürzen und Stößen von außen zu schützen.

Dafür eignet sich insbesondere Luftpolsterfolie. Achten Sie darauf, den Packungsinhalt rundum abzudecken. Am besten wickeln Sie die Folie mehrfach um Ihre Fracht und kleben sie dann mit einem hochwertigen Packband fest. Vermeiden Sie Hohlräume beim Verpacken. Sollten Sie doch entstehen, stopfen Sie sie mit zusätzlichem Füllmaterial aus.

 

Übrigens: Wie Sie Waren in einem normalen Paket richtig polstern, erfahren Sie in unserem Magazinbeitrag „Pakete richtig verpacken“.

4. Sendung mit Kartonage umwickeln

Ist Ihre Ware rundum gut gepolstert, folgt die äußere Verpackung. Dafür sollten Sie die Sendung zusätzlich mit Kartonage umwickeln. Verwenden Sie idealerweise ein großes Stück Kartonage aus stabiler Wellpappe.

Schneiden Sie die Kartonage so zurecht, dass sie den Gegenstand von allen Seiten bedeckt und fixieren Sie sie mit einem qualitativ hochwertigen Packband.

Übrigens: In unserem Online Shop können Sie Ihr individuelles Klebeband bedrucken lassen. Der Empfänger erkennt damit bereits an der Verpackung, von wem das Paket stammt.

5. Versandschein anbringen

Ist Ihre Sperrgut-Sendung rundum gepolstert und mit Kartonage verpackt, können Sie die Sendung zur Poststelle bringen oder bei Bedarf vom Paketdienstleister abholen lassen.

Befestigen Sie zuletzt das Versandlabel im Ganzen und gut sichtbar an der breitesten Stelle der Sperrgutverpackung.

Kosten-Tipps für den Sperrgutversand

Abschließend haben wir noch einige Tipps für Sie, die Ihnen beim Verschicken von Sperrgut helfen und Ihre Kosten senken können:

  • Testen Sie, ob Sie unförmige Ware, beispielsweise einen Kleiderschrank, zerlegt und rechteckig in einem Karton verpacken können. So können Sie den Sperrgutzuschlag umgehen.
  • Prüfen Sie, ob Sie schwere Fracht auf mehrere Pakete aufteilen können.
  • Vergleichen Sie verschiedene Dienstleister in Ihrer Nähe, die einen Sperrgutversand anbieten, um eine möglichst günstige Versandoption zu nutzen.
  • Für einige Güter gibt es Sondertarife, zum Beispiel für Fahrräder und Sportausrüstung wie Skier oder Autoreifen. Indem Sie die Sonderkonditionen nutzen, können sie Kosten sparen.

Wir hoffen, Ihre Waren kommen mithilfe unserer Tipps möglichst kostengünstig und sicher beim Empfänger an! Sollten Sie noch Fragen zur richtigen Verpackung Ihres Sperrguts oder unseren Produkten haben, helfen wir Ihnen gerne weiter. Sie erreichen uns über unser Kontaktformular oder telefonisch unter der Rufnummer +49 2773 74780-747. Für weitere Verpackungstipps stöbern Sie gerne in unserem Magazin.


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